Sonntag, 8. Dezember 2019 – Cooma, Canberra, Guerney VC Rest Area

Bis wir am Morgen mit Frühstücken, Wasser- und Toilettentank auffüllen bzw leeren fertig sind, ist auch der Chef vom Platz da und ich kann unsere Schulden begleichen. Dann fahren wir los Richtung Canberra. In Cooma halten wir an und erkundigen uns in der Tourist Information nach Buschfeuern. In der Gegend gibt es keine Feuer, aber Rauch von Feuern weiter im Osten. Es ist auch entsprechend dunstig, aber es ist kein Dunst, sondern Rauch, was man auch riecht. Neben dem Tourist Office ist ein kleiner Park, errichtet im Gedenken an ein Riesenprojekt der 50-er bis 70-er Jahre. Die Fahnen aller beteiligten Nationen hängen hier, unter anderem auch die der Schweiz. Ausserdem findet man hier auch eine alte Fahne von Südafrika, eine Fahne der Tschechoslowakei und eine von Jugoslawien. Auf der schmalen Seite des Parks sind dann auch noch Fahnen der neuen Nationen aufgehängt, wie Bosnien-Herzegowina, Estland, Lettland, Litauen, Russland, Serbien und noch ein paar andere.

Kurz nach der Stadt ist dann der Snowy Hydro Discovery Point. Das war das Riesenprojekt. Das Wasser vom geschmolzenen Schnee der Snowy Mountains, floss bei der Schneeschmelze Richtung Osten. Die Farmen östlich der Wasserscheide erhielten zu wenig Wasser und nach einigen Dürren in der Gegend beschloss man Abhilfe zu schaffen. Dämme wurden errichtet, Flüsse gestaut und durch Stollen in den Bergen umgeleitet. Dazu schuf man auch diverse Wasserkraftwerke und verbesserte nicht nur die Situation der Landwirtschaft, sondern produzierte auch noch Strom. Mit dem Projekt entstanden diverse neue Gemeinden, gebildet aus den Arbeitern, die aus der ganzen Welt hierher kamen, um mitzuhelfen. Im Moment wird gerade ein weiteres Projekt in Angriff genommen; eine neue unterirdische Verbindung zwischen zwei Seen mit einem Kraftwerk 700 Meter unter der Erde. Ein Pumpspeicherwerk, wie wir es in der Schweiz auch kennen, wo Wasser wieder nach oben gepumpt wird, wenn es eine Überproduktion an Strom gibt. In dem Center gibt es neben viel Information und Videos, auch ein feines Café.

Auf der Weiterfahrt stoppen wir in Bredbo bei der Christmas Barn (offen Juni – Dezember). Da gibt es alles was die Australier für Weihnachten brauchen. Wir schauen uns in dem Laden um, aber es hat nicht viel, was ich kaufen würde. Aber ich bin ja schliesslich auch kein Australier.

Bei der Ankunft in Canberra fahren wir als erstes zum Mount Ainslie Lookout Point. Was für eine Enttäuschung! Die Aussicht wäre fabelhaft, aber die Sicht ist so schlecht, dass man alles mehr erahnen kann als sehen. Wir bleiben nur kurz und fahren in die Stadt hinein. Am Molonglo River ist die National Capital Exhibition mit Tourist Information, da dürfen lange Autos, so wie unseres, gratis parkieren. Wir gehen über den Fluss zur National Library of Australia, die einem griechischen Tempel nachempfunden ist. Daneben ist das Questacon – National Science and Technology Center, so etwas wie das Technorama in Winterthur, nur grösser. Durch den Park gehen wir dann zum Old Parliament House, heute Museum of Australian Democracy. Weiter den Hügel hinauf finden wir dann auch noch das Parliament House, das heute in Gebrauch ist.

Mit dem Gratisbus geht es von dort zurück ins Zentrum und dann zu Fuss zu unserem Auto. Wir fahren zum War Memorial. Die Gedenkstätte wurde nach dem ersten Weltkrieg geplant und 1941 eröffnet. Dort sind die Namen aller Angehörigen der australischen Streitkräfte aufgelistet, die in einem der Kriege oder Konflikte seit dem ersten Weltkrieg gefallen sind. Über 150’000 Namen stehen hier, die meisten aus den beiden Weltkriegen, aber auch Koreakrieg, Vietnam, Golfkriege und aktuell Afghanistan. Ausserdem war Australien in diversen lokalen Konflikten involviert, in Burma, Borneo, Indonesien, Papua-Neuguinea und noch mehr. Bevor das Museum um 17:00 Uhr geschlossen wird, gibt es jeden Tag eine Zeremonie in der ein Gefallener geehrt wird. Die Nationalhymne wird gespielt, Angehörige und Freunde legen Kränze nieder und die Lebensgeschichte des Gefallenen wird erzählt. Danach spielt ein Trompeter den «Last Post». Der Soldat, der heute geehrt wird, starb in Afghanistan bei einem Helikopterabsturz, den er zwar verletzt überlebte, aber der Transport ins Spital war zu lang und er starb auf dem Transport. Mit ihm starben einige andere Soldaten, vor allem US GIs, denn es war eine amerikanisch geleitete Mission.

Nach Abschluss der Zeremonie machen wir uns auf den Weg Richtung Norden, da die Camperparks um Canberra entweder schon geschlossen haben oder voll sind. Auf der Guerney VC Rest Area schlagen wir uns Lager für die Nacht auf.

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