
Heute fahren wir Richtung Sydney los und wir wollen unterwegs ein paar Orte besuchen. Zuerst steuern wir das Lighthouse in South West Rocks an. Das Smoky Cape Ligthouse ist ein Klassiker unter den weltweit bestehenden Leuchttürmen. Seit dem 15. April 1891 sendet es seine Lichtsignale in das offene Meer. Der Bau wurde vom Architekten James Barnet geplant, der bei der Regierung von New South Wales arbeitete. Auf einer Granithalbinsel 111 m über Meer nimmt es seine stolze Position ein. Das Gebiet von New South West Rocks war frühen Entdeckern durch seine Küstengeographie aufgefallen. James Cook entdeckte bei seiner Reise Rauch auf der Landzunge, was ihn animierte, das Kap „Smoky Cape“ zu nennen. Die ersten Europäer setzten hier 1816 ihren Fuss auf das Land, als das von Häftlingen gekaperte Schiff Brigg „Trial“ in der Trial Bay auf Grund gesetzt wurde. Das vorgelagerte Seegebiet war häufiger ein Unglücksort für die Schifffahrt, weshalb der Entscheid fiel, hier einen Leuchtturm zu errichten. Im Hat-Head-Nationalpark gelegen, ist der kunstvoll gebaute Leuchtturm ein beliebtes Objekt für Besucher. Der Leuchtturm kann nicht von innen besichtigt werden, doch die exzellente Aussicht entschädigt die Besucher, die den steilen Aufstieg nicht scheuten. Die beiden Keepers Cottages an denen man auf dem Aufstieg vorbeikommt, können als Bed & Breakfast Ferienhäuser gemietet werden.

Dann fahren wir weiter zum Trial Bay Gaol, einem ehemaligen Gefängnis, gebaut auf der Landzunge Laggers Point über der Trial Bay. An der Spitze von Laggers Point ist noch ein Rest des Wellenbrechers zu sehen, den die Sträflinge bauen mussten. Das Gefängnis war in Betrieb von 1866 bis 1903 und wurde von 1915 bis 1918 als Internierungscamp für deutsche Marinesoldaten, deutschstämmige Australier und Österreicher genutzt. Die Sträflinge sollten zum Schutz der Schiffe, die in der Mündung des Macleay River nicht sicher vor Stürmen ankern konnten, einen 1500 Meter langen Wellenbrecher aus Granitblöcken bauen, die sie in einem nahe gelegenen Steinbruch abbauten. Vor dieser Bucht sollen etwa 90 Schiffswracks liegen. Als etwa 300 Meter des Wellenbrechers fertiggestellt waren, verlegte der Fluss seinen Lauf und mündete nicht mehr in der Nähe des Wellenbrechers. Damit war der Bau des Wellenbrechers obsolet geworden und das Gefängnis wurde im Jahr 1903 aufgegeben.
Der Gebäudekomplex ist von einer steinernen Mauer umgeben, die aus Sandsteinquadern errichtet wurde. Auf dem Gefängnisareal befinden sich vier lang gestreckte Zellenblocks. Die vier Blöcke mit den Einzelzellen, von denen je zwei eng nebeneinander als Zellenblock A und B positioniert sind, sind in V-Form hinter dem gemeinschaftlichen Essraum angeordnet. Im freien Raum zwischen den Blöcken wurde die Gefängnisküche errichtet. Ferner gab es eine Krankenstation, ein Badehaus, eine Küche und weitere kleine Gebäude auf dem Gefängnisgelände. Im Torhaus befindet sich heute ein Museum.

In Port Macquarie halten wir kurz an und sehen uns am Hafen die bemalten Steinblöcke an. 1995 begann es als Kunstwettbewerb, aber ist heute eine Art Galerie, zu der man ziemlich frei hinzufügen kann. Viele der Steine dienen als Erinnerung an Verstorbene oder an Gedenktage. Solange man nur die Steine entlang des Wellenbrechers bemalt, darf man das auch heute noch.
Die Campingplätze entlang der Strecke sind immer noch voll und das wird auch noch so bleiben bis nach Neujahr, darum beschliessen wir noch heute bis nach Sydney zu fahren. Weil wir dort keinen Stellplatz für die Nacht suchen müssen, macht es auch nichts, wenn wir etwas später dort ankommen. Also fahren wir die ganze Strecke bis nach Sydney durch und treffen etwa um 7 Uhr abends bei Vickys Haus ein. Die Garageneinfahrt ist zu kurz für unseren Van, also parkieren wir auf der gegenüberliegenden Strassenseite. Die ganze Familie ist zuhause, ausser Alex, der ist gerade in Brunei, bis nach dem chinesischen Neujahr.