Fremantle ist noch ein Stück weiter als Perth, aber problemlos zu finden mit Navi. Auf der Anfahrt machen wir einen Abstecher zum War Memorial, wo aller Soldaten aus Fremantle gedacht wird, die im 1. und 2. Weltkrieg gefallen sind. Besonders erwähnt sind auf dem Denkmal Flandern, manchmal auch mehrtöckig und Gallipoli, wohl zwei der Orte mit den grössten australischen Verlusten. Von hier hat man einen schönen Überblick über die ganze Stadt und den Hafen. Es ist gerade die „Sun Princess“ von Princess Cruises im Hafen. Wir fangen beim Hauptbahnhof mit einer Rundfahrt im „Red CAT“ an, die allerdings nur wenige Minuten dauert. So gross ist Fremantle nämlich nicht. Kaum sind wird ausgestiegen und wollen die Stadt zu Fuss weiter erkunden, fängt es wieder an zu schütten! Wir finden in einer Drogerie Unterschlupf und nach kurzer Zeit lässt der Regen etwas nach und wir können die Stadt zu Fuss erkunden. Es gibt in der Stadt verteilt diverse ältere Gebäude, meist zweistöckig, manchmal auch mehrstöckig, mit Arkaden und Balkonen aus Schmiedeisen. Es erinnert etwas an die Häuser in New Orleans.
Am Ende der High Street ist das „Round House“ auf einem Hügel gegen das Meer. Es wurde schon für divereses benutzt. Unten durch führt ein Tunnel, der von Walfängern gebaut wurde, um ihre Beute einfacher von den Schiffen in die Stadt zu bringen.
Im Fremantle Market gibt es viele Stände mit allerlei Esswaren, Handwerksarbeiten, aber auch Früchte und Gemüse. Aber können die Authentischen Deutschen Bratwürste wirklich authentisch sein, wenn sie von einem Australier mit zwei indischen Helferinnen gegrillt werden? In einer Seitengasse hat es auch noch einen Koala, der an seinem Eukalyptusbaum hängt und sich von den Touristen streicheln lässt.
Zurück in Wanneroo hole ich den Sack mit Rüebli aus dem Kühlschrank in unserer Küche, auf dem ein Post-it „For the horses“ klebt. Lisa und Kevin betreiben hier eine Pferdepension, haben ein eigenes Ross und 6 in Pension. Ich gehe zu den Pferden hinüber und gebe jedem ein Rüebli. Wenn es Futter gibt, dann kommen sie herbei. Wobei die letzten beiden haben genug anderes Futter und wollen keine Rüebli.
Anschliessend fahren wir zum Scenic Drive an den See hinunter, wo wir gleich neben dem Parkplatz einen Schwarm Ibisse (nein, nicht Imbisse, obwohl wir auch Hunger hatten) sehen. So scenic ist der Drive aber ausser den Vögeln dann doch nicht und wir fahren dann weiter nach Burns Beach (wieder sehr windig und keine Beiz offen) und nach Mindarie. Im Marina gibt es diverse Restaurants und wir essen dort im „The Boat“. Modern ausgestattet mit viel Weiss, aber sonst im Stil Pub. Das Getränk und das Essen bestellt man an der Bar, die Gläser trägt man selber zum Tisch, das Essen wird serviert. Für Pub-Food ist es erstaunlich gut. Allerdings ist die Akustik in dem Lokal furchtbar, man hört sich kaum denken, weil es so laut ist. Was vielleicht auch noch negativ zur Lautstärke beigetragen hat, ist die Tatsache, dass auf mehreren Fernsehern im Raum der kleine Final der Rugby WM lief, Neuseeland – Wales. Ich hatte das Gefühl, dass es nicht wirklich soviele Wales Supporter im Lokal hatte, aber dass die meisten der aktiven Zuschauer einfach gegen Neuseeland waren, egal wer gespielt hätte.