Etwas nördlich von Wanneroo befindet sich der Yanchep National Park und nach dem Morgenessen fahren wir dorthin. Wir sind so früh, dass noch niemand am Eingangsgate ist, also fahren wir einfach hinein und auf den Parkplatz. Dort beginnt ein längerer Trail und wir folgen ihm für einen kurzen Spaziergang. Schon bald nach dem Parkplatz sehen wir im Wald einige Kängurus, die dort friedlich fressen. Wir gehen weiter, drehen aber nach 1 km oder so wieder um, denn wir wollen die Koalas im Park sehen. Jetzt liegen die meisten Kängurus am Boden, sind am Verdauen… Zurück beim Parkplatz gehen wir zum See hinunter, wo viele Enten auf der Wiese herumspazieren. Auf der Insel gegenüber stelzen einige Ibisse herum und Enten sitzen am Ufer und schlafen. Auf dem Wasser schwimmt ein Pelikan und fischt erfolgreich.
In einer Einzäunung hat es ein Gehege mit Koalas. Die sind so früh am Morgen noch wach und am Fressen. Laut dem Wärter, der gerade das Gehege fegt, sollen es 8 Koalas sein. Wir sehen zuerst nur einen, entdecken dann aber immer mehr, immer weiter oben in den Bäumen, aber alle 8 sehen wir dann doch nicht.
Im Visitor’s Center kaufen wir Tickets für die Crystal Caves (Tropfsteinhöhle) im Park. Die Tour beginnt um 11 Uhr und schlussendlich ist es eine ziemliche grosse Gruppe, die sich auf die Tour begibt. Die Höhle hier entstand nicht durch Wasser, das von oben durch das Gestein läuft, sondern wurde von unten her herausgespült. Als die Höhle entdeckt wurde, war der Boden auf der ganzen Länge mindestens 30 cm unter Wasser. Natürlich kam auch von oben Wasser herein (es regnet auch hier ab und zu – siehe auch Donnerstag und Freitag), das dann zur Bildung von Stalaktiten geführt hat. Die älteren, dickeren sind einige Millionen Jahre alt, die dünnsten sind die jüngsten, aber auch die sind schon hunderttausend Jahre alt. Einige der Stalaktiten sind unten flach, weil sie bis zur Wasseroberfläche gewachsen sind, dann tropfte das Wasser nicht mehr ab und das Wachstum endete. Stalagmiten hat es in der Höhle wenige, weil dazu das Wasser auf den Boden tropfen müsste. Dann können sie nach oben wachsen, aber weil die Höhle praktisch überall unter Wasser war, konnten nur auf einigen Felsen auf der Seite Stalagmiten entstehen. Heute ist die Höhle trocken, Wasser muss man mit dem Pickel suchen. Oder mit Baumwurzeln, die von oben durch kleinste Spalten im Gestein nach unten wachsen, bis sie irgendwo in der Tiefe wieder Wasser finden.
Nach der Führung fahren wir weiter nach Norden, in den Nambung National Park wo sich die Pinnacles Desert befindet. Tausende von Felssäulen erheben sich aus dem Wüstenboden, die Überbleibsel von komprimierten Muscheln, die einmal den Meeresboden bedeckten und über die Jahrtausende wegerodiert wurden. An einigen Felsformationen lässt sich gut erkennen, wo einmal der Meeresspiegel war.
Hier dürfen die Touristen noch zwischen den Pinnacles herumlaufen und Fotos machen, es hat so viele, dass sie keinen Schaden anrichten können. Wie lange es wohl dauert, bis man auch hier die Formationen nur noch aus der Ferne anschauen darf und nicht mehr berühren?
Wir fahren dann noch weiter in den Norden, bis Cervantes, aber nur bis zum Dorfeingang, zur ersten Tankstelle. Wir brauchen Benzin, denn bis zur nächsten Tankstelle in Richtung Perth ist es viel zu weit.
Am Abend treffen wir Han Khun und Hui Fen in einem Sushi Restaurant, gleich neben der IKEA Perth. Sehr gutes, frisches Essen und angenehmes Restaurant. Es gibt 6-er Tische mit Bänken mit hohen Lehnen, so kann man sich unterhalten, ohne die Leute am Nebentisch zu stören und der Geräuschpegel bleibt im Rahmen.