Mittwoch, 27.11.2019 – Bordertown

Nach einem feinen Frühstück mit Eiern, Speck und Toast, von Barry gekocht, gibt es nach der Stadtrundfahrt gestern, eine Rundfahrt durch den ganzen Bezirk. Aber zuerst geht es ins Radiostudio. Juliet arbeitet dort und auch Barry hat schon dort gearbeitet. Offensichtlich ist die Station sehr beliebt, denn im Bezirk wird sie von fast der Hälfte der Bevölkerung gehört, während die 3 grossen kommerziellen Stationen sich die andern 50% teilen müssen. Dann geht es zum Bahnhof von Serviceton (in Betrieb 1889 – 1986). Ein Güterzug sollte um etwa 10:30 Uhr vorbeikommen. Wir wollen darauf warten, denn kommen wird er, das Signal steht auf Grün.

Güterzüge kommen pro Tag etwa 10 hier vorbei. Die fahren mit etwa 110 km/h durch und sind jeweils etwa 1.5 km lang. Sie sind immer nur einlagig gebaut (Container), weil es in den Hügeln um Adelaide Tunnels gibt. Zwischen Adelaide und Perth werden die Güterzüge zweilagig gebaut, keine Tunnels. Ausserdem kommen hier auch Personenzüge durch, das ist schliesslich die Linie Adelaide – Melbourne. Auf der Strecke fährt pro Tag ein Zug, an einem Tag in die eine, am nächsten Tag in die andere Richtung und am Sonntag fährt keiner! Dabei hätten sie hier soviel Platz und könnten ein Hochgeschwindigkeitsnetz aufbauen, aber die Politik redet nur darüber, gemacht wird nichts.

Der Zug lässt auf sich warten und Barry erzählt uns, dass früher hier die Lokomotiven für die Züge Melbourne-Adelaide ausgetauscht wurden, weil die nicht im andern Staat fahren durften, Serviceton liegt gleich neben der Staatsgrenze. Also kam um 1 Uhr morgens ein Zug aus Adelaide an, die Loks wurden abgehängt und umgedreht (Dreiecksgleis). Um 2 Uhr kam der Zug aus Melbourne an, die Loks wurden abgehängt und umgedreht. Und mit den entsprechenden Lokomotiven ging es dann wieder weiter. Die Passagiere durften sich in der Wartezeit im Refreshment Room etwas zu trinken genehmigen. Also fuhren Barry und Kollegen nachts um 1 Uhr zum Bahnhof, schlichen sich ums Gebäude in den Refreshment Room, taten so als wären sie Passagiere und tranken ein paar Bier. Und das gleiche Spiel wieder um 2 Uhr und um 3 Uhr ging es dann nach Hause.

Der Bahnhof ist noch gut erhalten und kann für Anlässe gemietet werden.

Der erwartete Zug kommt dann nach langem Warten doch noch. Ich will ein Video von der Durchfahrt machen und stelle mein Telefon am Ende des Perrons auf, dass es das Video selbständig macht. Der Luftzug vom durchfahrenden Zug ist aber so gross, dass das Telefon von der Lokomotive umgeblasen wird und dann 2 Minuten lang nur noch Himmel filmt! Aber es ist eindrücklich, wenn ein solch langer Zug mit der Geschwindigkeit durch den Bahnhof fährt.

Barry fährt uns noch weiter in der Gegend herum, 30km dahin, 40 km dorthin, ist ja keine Distanz! In Westaustralien gibt es eine Farm die grösser ist als ganz Wales. Und der Briefkasten ist 120 km von der Haustüre entfernt. Da fliegt man schon mal hin um die Post abzuholen.

Abends gibt es dann Poulet und Kanguruwürste (Kangbangers) und Salat. Es schmeckt alles sehr gut und heute können wir auch draussen essen, im Gegensatz zu gestern, wo es zu kalt war dafür.

Juliets ältester Sohn wird nächstes Jahr in Kosice, Slowakei, heiraten und dann werden sie alle nach Europa kommen. Und wenn sie schon in Europa sind, haben wir sie dazu verpflichtet auch in die Schweiz zu kommen.

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