
Am Morgen beim Abfahren hat es immer noch 20°, also wird es wohl nichts werden mit der Abkühlung. Wir fahren Richtung Norden und wollen dann in Gulargambone einen Kaffeehalt einschalten, aber das Dorf ist ziemlich ausgestorben und die Tourist Information (wo auch das Café wäre) hat montags und dienstags geschlossen. Aber entlang der Strasse hat es einige interessante Skulpturen, einen alten Traktor und ein Bushäuschen, das sehr originell bemalt ist. Es ist interessant, dass es in jedem noch so kleinen Ort entlang der Strecke immer etwas Kulturelles zu sehen gibt und sei es nur eine Gedenkstätte für die Kriegsgefallenen.

In Coonamble gibt es dann die verdiente Kaffeepause. In Coonamble gibt es auch die Nickname Hall of Fame. Plakatgrosse Karikaturen von bekannten Personen aus dem Ort, die unter einem Spitznamen bekannt waren. Auch ohne die Personen auf den Plakaten zu kennen, bin ich sicher, dass man sie gut zuordnen könnte, wenn man sie zu Gesicht bekäme.
Entlang der Strecke bis nach St. George gibt es wieder jede Menge toter Tiere entlang der Strasse, aber, viel interessanter, auch viele Leute, die ihren Briefkasten weihnachtlich dekorieren. Häufig sieht man den Briefkasten an der Strasse stehen, die Abzweigung zur Farm, aber weit und breit kein Haus. Die eine Farm hat sogar entlang der Strasse immer wieder Weihnachtsdekorationen aufgestellt; alte Traktoren, Pflüge etc, alles mit Weihnachtsmännern, Lametta und ähnlichem dekoriert.
Es ist wieder sehr windig und ich brauche manchmal fast die ganze Strasse, weil unser Van so fest vom Seitenwind weggeblasen wird. Aber es gibt auch hier wieder Windhosen über der Wüste, ein Streckenteil fühlt sich an wie in der Sahara, wo der rote Sand in einem Tunnel in die Höhe gesogen wird. Dann fängt es auch noch an zu regnen! Für etwa 3 Sekunden, dann ist der Spuk auch schon wieder vorbei. Und die Aussentemperatur beträgt immer noch 41°!

In St.George angekommen, reservieren wir uns unseren Platz auch dem Campingplatz und fahren dann ins Dorf. Hier gibt es ein Museum mit geritzten Emu Eiern. Anders als Strausseneier sind Emu Eier nicht weiss, sondern gräulich, manchmal rau, manchmal glatt. Wenn man sie einritzt oder die Oberfläche abkratzt, dann kommt eine andersfarbige Schicht zum Vorschein, bis am Schluss eine weisse Schicht bleibt. Ein Grieche hat hier mit dem Handwerk begonnen und seine Tochter führt es jetzt weiter. Die Ausstellung ist eindrücklich, weil die Eier immer wieder andere Farben haben. Mit weissen, roten, blauen oder grünen Lampen von innen beleuchtet sehen sie ganz unglaublich aus.
St.George liegt an einem künstlichen See; das Wehr bildet zugleich auch die Brücke über den Fluss. Allerdings ist der Wasserspiegel des Sees so tief, dass er mindestens noch 2 Meter steigen müsste, um überhaupt über das Wehr fliessen zu können. Darum gibt es momentan auch keine Schiffsrundfahrten. Zurück im Campground genehmigen wir uns eine Abkühlung im Pool, etwas kühler als draussen ist es immerhin. Als ich nachher dusche, höre ich wie es anfängt zu regnen. Bis ich aus der Dusche komme, ist der kurze Schauer schon wieder vorbei. Viel Abkühlung hat es nicht gebracht, aber hier sind sie um jeden Tropfen Regen froh.