Es ist noch sehr frisch am Morgen als wir erwachen. Offensichtich war ein Fenster nicht ganz geschlossen und die Schiebetüre nicht richtig zu. Man kann nicht schon von Anfang an alles richtig machen. Ausserdem gäbe es auch eine Heizung, wenn man sie denn einschalten würde.
Wir fahren los bevor wir noch jemand andern auf dem Platz sehen. Es geht Richtung Süden und via Bunbury und Busselton nach Margaret River. Die Gegend ist bekannt für ihren Wein und an allen Ecken gibt es Wegweiser zu Wineries und Wine Tasting. Es gibt Orte wo man nach dem Wine Tasting auch gleich übernachten kann, mit dem Camper. Das macht auch Sinn, denn Wein probieren und anschliessend fahren macht nicht wirklich Sinn. Wir wollen aber noch nicht übernachten, darum kaufen wir nur ein. Man braucht doch so einiges, wenn man sein Haus dabeihat. Alles was am Schluss übrigbleiben sollte, werden wir Vicky in Sydney schenken. Von Margaret River fahren wir Richtung Westen und kommen in Gnarabup an den Strand, bzw. and den Parkplatz hinter den Dünen. Es gibt einen Pfad bis an den Strand und wir gehen über die Dünen. Es bläst ein starker, kalter Wind und auf die Frage wie das Wasser so sei, antwortet uns der jüngere Schwimmer, nein, nicht «nass», sondern, nach einigem Zögern auf der Suche nach dem richtigen Wort: «Refreshing». 19° soll es sein.
Nach dem Mittagessen als Picknick etwas weiter vorne an den Dünen, fahren wir weiter Richtung Augusta. Wir fahren schon zu unserem Camping bei Molloys Island am Ende einer langen Strasse und dürfen dafür aus 30 Stellplätzen aussuchen, wo wir übernachten wollen. Ausserdem gibt es auch noch einen Papiersack voll Vogelfutter. Damit kann man die Enten füttern oder die Kängurus, aber vor allem die grünen, papageiartigen Vögel, die hier heimisch sind. Kaum haben wir unser Auto geparkt und Amy ein paar der Körner verstreut, kommt auch schon der erste grüne Vogel und setzt sich zuerst auf das Auto und nachher auf Amys Arm und frisst ihr die Körner aus der Hand. Dieser Vogel hat rechts keine Klaue, sondern nur einen Stumpf und heisst darum «Stumpy».
Nach der Fütterung fahren wir nach Augusta, wieder die lange Strasse entlang. Die Szenerie erinnert mich ein wenig and die letzten Szenen im Film «Down by law», als Zak und Jack an einer Strassengabelung sich voneinander verabschieden und jeder seinen Weg geht, jeweils eine lange gerade Strasse, gesäumt von Bäumen. Hier ist es allerdings in Farbe, nicht wie im Film Schwarz-Weiss.
Augusta ist schon wieder vorbei, kaum sind wir dort angekommen und wir fahren weiter zum Ende der Strasse bei Cape Leeuwin, dem südwestlichsten Punkt Australiens, wo sich Südlicher und Indischer Ozean treffen. Der Leuchtturm dort ist immer noch in Betrieb und kann gegen Gebühr besichtigt werden, aber wir entscheiden uns auf einen Besuch zu verzichten.
Auf dem Rückweg ist Augusta genauso schnell wieder vorbei wie auf dem Hinweg und wir sind wieder unterwegs zum Campground. Heute gibt es Znacht nach dem Motto: Dinner will be ready, when the smoke alarm goes off! Amy stellt den Toaster in der Küche ganz in die Nähe des Feuermelders und kaum ist der Toast richtig braun, der der Alarm los.
Nach dem Nachtessen benutzen wir dann noch die Waschküche hier auf dem Platz, dass wir wieder genug frische Kleider haben. Bis Waschmaschine und Tumbler aber fertig sind, ist es draussen stockdunkel und wir gehen kurz darauf ins Bett.