Der Sturm gestern Abend hat nicht wirklich eine Abkühlung gebracht, die Nacht ist heiss, schlafen ist fast nicht möglich und bei Sonnenaufgang sind viele Leute auf dem Zeltplatz schon wach und auch wir sind schon vor sechs Uhr bei 25° unterwegs. Bei Belyando Crossings gibt es dann endlich Frühstück, aber schon bald darauf geht es weiter. Auf dem Weg dorthin überqueren wir den Wendekreis des Steinbocks, wir sind jetzt also in den Tropen.
Heute ist die Strasse recht sauber, es hat fast keine toten Kängurus mehr, anders als gestern. Da ging es nach dem Titel des Spaghettiwesterns mit Klaus Kinski «Leichen pflastern seinen Weg»! Gestern sahen wir auch jede Menge lebender Kängurus neben der Strasse, allerdings am frühen Morgen, als die Temperaturen noch nicht so hoch waren. Das einzige was wir heute sehen, ist eine Emufamilie. Ich vermute ein männlicher Emu mit 7 Jungen, auch wenn die bereits fast ebenso gross sind. Emuweibchen legen bis zu 12 Eier, dann machen sie sich aus dem Staub und lassen das Männchen die Eier ausbrüten und die Jungen aufziehen.

Wir treffen kurz nach Mittag in Charters Towers ein und fahren gleich auf den Towers Hill. Dort hat man einen guten Überblick über die ganze Stadt und erfährt auch noch etwas zur Geschichte. Hier wurde Gold gefunden und das gab einen Goldrush, aber viel von dem Goldgestein wurde aussortiert und das Gold konnte noch mit Chemikalien aus dem Stein gewonnen werden. Dazu baute man eine Fabrik auf dem Hügel mit einem grossen Kamin. Fabrik und Kamin wurden im 2. Weltkrieg gesprengt, um den Japanern kein Ziel zu bieten. Auch hier auf dem Flugplatz waren Amerikaner stationiert, denn hier waren die Japaner sehr nahe, Darwin wurde bombardiert und vor Cairns lag die japanische Marine.

Auf dem Zeltplatz ist dann ein Bad im Pool angesagt, danach ist es wieder einmal Zeit, um Wäsche zu machen. Kurz nach dem Sonnenuntergang um sieben schwirren hunderte von Vögeln über den Park. Nein, es sind keine Vögel, es sind wieder hunderte, wenn nicht tausende von Fledermäusen. Die meisten fliegen über uns hinweg, aber einige lassen sich auf den Bäumen des Zeltplatzes nieder und hängen da so rum…. Um 20 Uhr kommt der Vollmond über den Horizont, mittlerweile ist es stockdunkel. Man merkt es, wir sind in den Tropen angekommen!