Samstag, 21. Dezember 2019 – Bundaberg, Noosa Head

Leider gibt es auch am frühen Morgen keine Spuren von Schildkrötenaktivitäten zu sehen. Die Zeiten von Ebbe und Flut sind im Moment gegen uns.

Wir fahren in die Stadt Bundaberg, spazieren etwas herum und frühstücken dort. Wir müssen die Zeit totschlagen bis unsere Führung in der Rumdestillerie anfängt. Um halb zehn kaufen wir unsere Tickets und sehen uns noch im Museum um. Die eine Wand ist voll mit Rumflaschen, alle aus dem Betrieb hier; verschiedene Sorten, die wir nachher noch kennenlernen. 1888 wurde hier mit Rum destillieren angefangen, weil es eine Melassenschwemme gab. Mit dem Beginn der Rumproduktion wurde das Problem gelöst und allen geholfen. 1907 brannte die ganze Fabrik unter ungeklärten Umständen ab und wurde anschliessend wieder aufgebaut. 2011 und 2013 gab es dann Hochwasser und Überschwemmungen in der ganzen Stadt und auch die Rum Destillerie war betroffen. Aber es wird weiterhin Rum produziert. Gleich neben der Fabrik steht die Zuckerrohrverarbeitungsfabrik. Dort wird die Melasse aus dem Zuckerrohr gewonnen und unterirdisch zur Destillerie gepumpt. Neben einigen kleineren Tanks haben sie auch ein grosses Becken für die Lagerung. Das hat die Ausmasse eines Wettkampfschwimmbades, also 50 Meter lang und über 20 Meter breit, dazu etwa 6 Meter tief. Dort wird die Melasse gelagert, schön unter einem schwarzen Wellblechdach, dass die Masse auch nicht zu kalt bekommt, denn warm ist sie flüssiger und lässt sich leichter dahin pumpen wo sie gebraucht wird. Ausserdem braucht es einen solch grossen Vorrat, um die 6 Monate zu überbrücken in denen kein Zuckerrohr geerntet wird. Die Hefe, die zur Fermentierung benötigt wird, kommt aus England. Aus einem Labor, das immer wieder die gleiche Art Hefe liefert, dass sich der Geschmack des Rums nicht ändert. Ist der Rum erst einmal gebrannt, dann wird er in riesigen Fässern aus weisser, amerikanischer Eiche gelagert. Das gibt den typischen Bundaberg Rum in der viereckigen Flasche. Um andere Rumsorten zu produzieren, werden andere Fässer verwendet. Obwohl die Firma mehrere Millionen Liter Rum an Lager hat, kennt man den Rum in Europa praktisch nicht. Oder schon mal davon gehört? Von der ganzen Produktion werden 96% in Australien verkauft, 3% gehen nach Neuseeland und das restliche Prozent in den Rest der Welt.

Nach der Führung gibt es die obligate Degustation. In der Führung sind eine Rum- und eine Likörprobe inklusive und der grösste Teil der Leute kommt deswegen hierher. Nachdem wir auch probiert haben, müssen wir etwas essen. Anschliessend fahren wir los Richtung Noosa Heads. Aber schon bald müssen wir eine Pause einlegen und eine halbe Stunde schlafen. Der Rum zeigt seine Wirkung und wir haben das Bett ja dabei.

Iguana

Am Nachmittag treffen wir in Noosa Heads ein und machen einen Spaziergang im Noosa Nationalpark. Beim Eingang treibt sich eine grosse, etwa 1 Meter lange Eidechse herum, ein Guana. Auch hat es Vögel hier, ähnlich wie Truthähne, aber weniger gross. Denen passt gar nicht, dass die Eidechse da ist und schmeissen mit ihren Füssen Erde nach ihr. Das stört die Eidechse nicht sehr, erst als ihr der eine Vogel versucht in den Schwanz zu picken, da wird es ihr zuviel und sie verzeiht sich in den Wald. Das machen wir auch, aber auf dem Fussweg, zusammen mit jeder Menge anderer Leute. Eidechsen sehen wir keine mehr, Vögel schon, immer wieder, aber leider auch keine Koalas, von denen es hier angeblich viele geben soll.

Wir hatten unseren Stellplatz im Camperpark zwar schon bezahlt, aber noch nicht angeschaut und kommen erst nach Einbruch der Dunkelheit an. Abgesehen davon, dass ein Wohnwagen rückwärts parkiert werden muss und uns eine ganze Weile den Weg versperrt, wird auch unser Stellplatz als Autoabstellplatz verwendet. Das ist Auto ist allerdings rasch umparkiert, aber in der Dunkelheit die Anschlüsse für Strom und Wasser zu finden ist auch nicht so einfach. Dass wir nicht noch kochen müssen, gehen wir zum Abendessen in den Fish & Chip Shop gleich neben dem Zeltplatz. Und wenn man fertig gegessen hat, darf man durch die Hintertüre direkt wieder auf den Zeltplatz, was einiges an Weg erspart.

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