Wir fahren los Richtung Pancake Rocks, aber nicht direkt westwärts zur Küste, sondern Richtung Norden. Diese Route führt uns am Lake Brunner vorbei, der sehr malerisch in einem Alpental liegt. Die Strasse ist kurvig, aber in gutem Zustand und schon bald kommen wir auf den Statehighway 6 an der Küste. Auf einem Parkplatz halten wir wegen der überwältigenden Aussicht auf den «Seven Mile Beach» an und parkieren hinter einem kleinen Van, an dem zwei Frauen gerade etwas in einem Topf kochen. Ich gehe vorbei und frage, ob wir auch Suppe haben können. Aber die Gefragte hat ziemlich Mühe mit Englisch und so rede ich mir ihnen deutsch weiter. Sie kochen aber nur heisses Wasser um Eier zu kochen, also keine Suppe, weder für uns noch für sie.

Etwa 15 Kilometer weiter halten wir dann an, um uns die Pancake Rocks anzusehen. Interessante Kalksteinformationen, die aussehen wie aufgestapelte Pfannkuchen. Aber das Meer hat noch viel mehr erodiert und Löcher in die Felsen gefressen, die bei hohem Wellengang eindrückliche Wasserfontänen produzieren. Auch die Geräuschkulisse ist sehr eindrücklich. Hier werde ich wieder einmal gefragt, ob ich für ein junges Paar ein Foto machen könne, wofür ich, wie immer, 5 Dollar verlange. Der junge Mann aus Österreich fragt dann noch, ob ich kanadische Dollar meine. Als ich dann frage was sie denn im Hintergrund sehen wollen, meint die junge Frau «A paar Stoane halt». Es wäre schwierig hier keine Steine aufs Bild zu bringen.
Kurz nach Punakaiki halten wir beim Paparoa National Park und machen den Pororari River Walk entlang des Flusses in den Park bis zur Sway Bridge über den Fluss, knapp eine Stunde den Fluss hinauf. Der Weg ist gut ausgebaut und mit einigen Auf- und Abstiegen gespickt, aber alles in allem gut zu bewältigen.

Weiter entlang der Küste nach Norden gibt es immer wieder spektakuläre Ausblicke auf die steile Küste und das Meer. In Westport angekommen fahren wir den Berg hoch nach Denniston, eine ehemalige Minenstadt. Hier wurde Kohle gewonnen und mit einer Art Gondelbahn nach Denniston gebracht. Dort wurde die Kohle in Loren geladen und auf einer Rampe zum Hafen hinuntergerollt. Die Rampe war aber ziemlich steil und sehr lang. Also wurde sie in zwei Abschnitte unterteilt und mit einer ausgeklügelten Technik wurden die Loren transportiert. Die vollen Loren zogen an einem Drahtseil die leeren Loren nach oben, mussten dafür aber gebremst werden. Dafür wurde die Umlenkrolle des Seils hydraulisch gebremst. In der Mittelstation wurde dann umgehängt und die Arbeiter mussten sehr geschickt sein, dass sich keine Lore selbständig machte, denn dann rollte sie ungebremst und fast lautlos zu Tal, wobei eine Entgleisung das ungefährlichste Szenario für das Personal darstellte. Es gab mehrere Tote wegen der Runaways.