Auf dem Weg nach Arrowtown sehen wir endlich einmal eine Schafherde, die diesen Begriff auch verdient. Leider sind nicht alle Schafe beisammen, aber sie scheinen alle ans andere Ende der Weide zu wollen, an uns vorbei.
Heute hat es richtig viel Verkehr auf der Strasse, vielleicht weil es Samstag ist und schönes Wetter? Und dazu immer noch Sommerferien? Ich fahre immer wieder mal links an den Strassenrand, um Verkehr vorbei zu lassen. Wir haben es schliesslich nicht eilig. Unterwegs halten wir am «Roaring Meg» Viewpoint, ein Aussichtspunkt auf den Fluss, bzw auf den Abfluss eines Wasserkraftwerkes, das hier am Rande des Flusses steht und von Wasser von weiter oben auf dem Berg gespiesen wird. Die Druckleitungen sind nicht zu übersehen.
Weiter entlang der Strasse hat es dann immer wieder Trauben und Weingüter. Und etwas vor der Gibbston Valley Winery fängt der Verkehr an zu stocken und wir stehen in einer längeren Kolonne. Auf den Verkehrstafeln wird auf einen «Event» aufmerksam gemacht und als wir ein Lollipop-Girl nach dem Event fragen, sagt sie uns, dass es das Gibbston Valley Concert sei. Das Gibbston Valley Concert ist ein Open-Air-Konzert, das heute stattfindet, mit Smash Mouth, Creedence Clearwater Revisited, Anastacia, George Thorogood und Billy Idol. Als wir an allen Parkplätzen vorbei sind, fängt die Kolonne auf der anderen Strassenseite an. Von Queenstown her wollen offensichtlich viel mehr Leute ans Konzert als von Wanaka her, die Kolonne ist etwa 5 Kilometer lang, bis dahin wo wir Richtung Arrowtown abbiegen.

In Arrowtown angekommen, parkieren wir unser Auto an der Strasse unter den Bäumen, dass wir im Schatten stehen. Dann gehen wir zu Fuss in die historische «Stadt». Eine alte Goldgräberstadt mit einer Hauptstrasse und einigen Häusern aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Am Ende der Strasse gibt es eine chinesische Siedlung, wo sich die chinesischen Siedler nieder liessen. Als billige Arbeiter gebraucht, aber sonst nicht wirklich willkommen, lebten sie in kleinen Häusern am Rande des Dorfes und hatten dort ihr eigenes Dorf. Die meisten der Siedler kamen aus der Gegend um Guangdong und fanden sich, wegen der ungewohnten und unwirtlichen Lebensumstände zu einer Gemeinschaft zusammen.
In Queenstown angekommen fahren wir gleich zum Campground. Zum Glück sind wir früh. So hat es noch Platz für uns. Aber die Stellplätze sind sehr eng und ich touchiere beim Einparkieren rückwärts das Vordach des Campers neben uns, was dessen Befestigung beschädigt. Ich melde den Schaden bei Britz, aber die Nachbarn sind nicht da. Also gehen wir trotzdem in die Stadt.
Queenstown ist sehr kommerzialisiert, man kann vieles machen und viele Touren kaufen, aber das ist nicht unser Ding, also gehen wir zum See hinunter, wo es einen kleinen Markt hat, auf dem Künstler ihre Ware verkaufen. Den sehen wir uns an, gehen dann aber in den Park auf der anderen Seite der Promenade. Entlang des Sees hat es einen schön flachen Walk, mit Aussicht auf die Stadt und die Berge. In diesem Park kann man auch Frisbee-Golf spielen. Wir haben keinen Frisbee dabei, aber wir sehen wie andere Leute den Parcours absolvieren. Es gibt einen Abspielpunkt, dort wird die Distanz angezeigt und die Route der Bahn und die Anzahl Würfe, die man nicht überschreiten sollte. Am Ende der Bahn ist dann ein flacher Metallkorb installiert mit einem Gitternetz darüber, dass der Frisbee abgebremst wird, wenn man ihn direkt bis zum Korb wirft. Die meisten Leute betreiben das aus Spass, aber ein Spieler betreibt das sehr ernsthaft und wirft immer mehrere Frisbees nacheinander, um zu trainieren. Mir scheint, er hat einen ganzen Rucksack voll davon, denn immer wieder haben seine Frisbees andere Farben. Er kommt mir vor wie die «professionellen» Minigolfspieler, die auch immer ganze Koffer voller verschiedener Bälle mit sich tragen. Ob es wohl Meisterschaften im Frisbee-Golf gibt?
Durch die Stadt zurück spazieren wir wieder zum Campingplatz und das geht nicht ohne den Einkauf von Souvenirs ab. Hoffentlich haben wir genug Platz, um alles mit nach Hause zu bringen.
Unsere Campingnachbarn sind immer noch nicht zurück, also fülle ich meinen Unfallrapport schon mal aus und dann warten wir ab. Nach 8 Uhr kommen unsere Nachbarn dann zurück, eine Familie mit 2 kleinen Mädchen, und wir regeln die ganze Unfallgeschichte. Dass sie das Vordach reparieren lassen müssen, bringt ihre Pläne etwas durcheinander, aber ich hoffe, nicht allzu sehr.