Heute fahren wir nach Blenheim, der Küste entlang nach Norden. Hier wird fleissig an der Strasse gebaut und, so scheint es mir, auch an der Eisenbahnlinie. Es sieht so aus, als ob hier eine Bahnstrecke von Christchurch nach Blenheim eingerichtet wird, wurde oder werden soll. Während wir immer wieder von Traffic Flow Control Executives, also den Männern und Frauen mit den STOP/GO Tafeln, angehalten werden, sehe ich im Meer draussen eine Stelle. die viel unruhiger ist als das Wasser darum herum. Bei genauerem Hinsehen sieht Amy dann, wie dort ein Schwarm Delfine der Küste entlang schwimmt. Immer wieder springt mal einer aus dem Wasser und wir sehen eine Menge Rückenflossen. Leider können wir nicht anhalten, um zu fotografieren, obwohl wir immer wieder stoppen müssen.

In Blenheim angekommen fahren wir ins Omaka Aviation Heritage Center, das Flugzeuge aus den beiden Weltkriegen ausstellt. Die Ausstellung enthält die Flugzeuge der privaten Sammlung von Filmregisseur Peter Jackson (Herr der Ringe, Hobbit). Die Flugzeuge sind meist echt, aber es hat auch einige Nachbauten dabei. Im ersten Teil der Ausstellung geht es um Flugzeuge des 1. Weltkrieges und wie damals die Fliegerei Einfluss auf dem Kriegsverlauf nahm. Ausser 4 Fokker Dreideckern, gibt es auch ein Sopwith Camel zu sehen und diverse unbekannte Modelle, die aber die Entwicklung der Kriegsfliegerei mitgeprägt haben.

In der zweiten Halle sind Flugzeuge aus dem 2. Weltkrieg ausgestellt, Modelle, die uns besser bekannt sind, wie Hawker Hurricane, Spitfire, Fokke-Wulff FW190, Junkers JU-87 Stuka und andere. Ein kurzer Film zeigt wie ein paar Minuten in Stalingrad während der Kampfhandlungen gewesen sein könnten und anschliessend wird noch ein Vergleich der Verluste an Kampftruppen aus allen beteiligten Ländern des Krieges gezeigt. Erschreckend! Allerdings wäre die Bevölkerungsdichte in Europa wohl viel höher, hätte es die beiden Weltkriege nicht gegeben.
Gegenüber der Flugzeugausstellung gibt es noch eine Ausstellung von etwa 100 Oldtimern von den 50er bis in die 80er Jahre. Neben der Autohalle wird eben ein altes Auto aus den, meine Schätzung, sechziger Jahren abgeliefert. Ein Kombi der nur noch rostfarben ist, aber einigermassen gut erhalten scheint. Mit etwas Arbeit wird der auch noch in der Ausstellung Platz finden. Wir lassen es nach dem Besuch der Flugzeugausstellung aber gut sein und lassen die Autos Autos sein.
Dann fahren wir weiter, bis nach Nelson, im Norden der Insel. Anfänglich ist es noch flach und hier ist Weinanbaugebiet. Wir fahren an grossen Weinfeldern (Weinberg ist wohl nicht der richtige Ausdruck wenn der Wein in der Ebene wächst) vorbei. Später hat es dann wieder Strassen mit einer Menge Kurven, Steigungen und Gefälle. Auch hier fahren wir wieder durch Holzfällergebiet und ganze Täler sind gerodet, völlig abgeholzt. Teilweise sieht man, dass schon wieder Büsche wachsen, aber an anderen Orten sind die Hügel einfach kahl bis auf die Erde! Schön sieht das nicht aus und ob es für die Natur gesund ist frage ich mich auch.
In Nelson müssen wir wieder einmal einkaufen, dann spazieren wir etwas durch die Hauptstrasse der Stadt, wo die Läden an einem normalen Mittwoch schon um halb sechs schliessen! Also ist, als wir vorbeikommen, nichts mehr los und wir bleiben auch nicht allzu lange und fahren zurück zum Campground, wo Wäsche darauf wartet gewaschen zu werden.